DIE HISTORISCHE BETRACHTUNG

Eigentumswohnungen am Puls der Geschichte Erfurts

Der Bauplatz an der Domstraße und am Fuße des Erfurter Domberges blickt auf eine jahrhundertealte, lebendige Geschichte zurück. Allein für die heutige Domstraße sind in den letzten 300 Jahren 5 verschiedene Namen überliefert.
Über Jahrhunderte befanden sich hier die sogenannten Stiftshäuser und Mauerwerke des Marienstifts, dessen Stiftskirche der Dom ursprünglich war.

Nachdem das gemeinschaftliche Klosterleben aufgehört hatte wurden die einzelnen Häuser „Hinterm Dom“ (um 1750) oder „Hinterm Stift Mariae“ (ab 1787) von den Geistlichen des Stifts und von Mitgliedern der Kurie bewohnt.
In einer Zeit, in welche der Dom von napoleonischen Truppen als Pferdestall genutzt wurde, überstand das gesamte Viertel die Besatzung laut Überlieferungen nahezu unversehrt. Erst während der Befreiungskämpfe im Jahr 1813 wurde der Domplatz zum Kriegsschauplatz und die damals dichte Bebauung wurde, wie auch der Dom selbst, durch preußische Truppen beschossen. Doch auch hier hatte das Viertel wieder Glück und überstand den Beschuss und die Brände des 6. November 1813.

Das Schicksal der herrschaftlichen Häuser besiegelten erst die militärstrategische Überlegungen der Preußen im Dezember 1813: Die Häuser versperrten die Schussfreiheit der auf dem Festungs- und Domberg stationierten Kanonen. So wurden alle Häuser in großer Eile abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht. Das Wissen um die genaue Lage der Stiftshäuser ist verloren gegangen. Einzelne Kupferstiche und Zeichnungen lassen jedoch die Schönheit der gotischen Stiftshäuser mit klingenden Namen wie „Zur güldenen Pforte” oder „Zum Löwenkopf“ erahnen. Erst 1845 wurden auf dem brachen Boden Artilleriewagenhäuser errichtet und 1863/64 folgte der Bau einer Turnhalle des Erfurter Männer-Turn- Vereins.

So kann man sich vorstellen, dass mehrere archäologische Ausgrabungen auf dem Gebiet immer wieder interessante Artefakte zutage brachten. Die Funde an Keramik, Bruchstücke mittelalterlicher Napfkacheln, Eisenteile, Kupferschmelzen und Holzkohle erzählen von 1000 Jahren Besiedelung am Fuße des Dombergs. Damit fügt sich das Haus „Wohnen am Dom“ zwischen der Domstraße und dem ruhigen Flussbett der Gera in gute Tradition und schreibt die Geschichte rühmlich weiter: Nach 200 Jahren kehrt gepflegtes Wohnen und Leben an die Domstraße 1 zurück.

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